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Über „Zeitschichten“ in der Geschichtskultur und „Zeiten haben“ zwischen Klimakrise und Endlichkeit (Teil 1)

Achim Saupe und Achim Landwehr im Gespräch über lange Zeiträume, geologische Bezüge sowie die Metapher der Zeitschichten in der Geschichtskultur.

Seit einigen Jahren widmen sich die Geschichts- und Kulturwissenschaften verstärkt der Komplexität der Zeitbezüge. Ein Gespräch über lange Zeiträume und geologische Bezüge, die Metapher der Zeitschichten in der Geschichtskultur und die Veränderungen unseres Zeit- und Geschichtsverständnisses angesichts des Anthropozäns und Klimawandels.

In recent years, the fields of history and cultural studies have increasingly focused on the complexity of temporal references. A conversation about long time spans and geological references, the metaphor of “layers of time” in historical culture, and the shifts in our understanding of time and history in the face of the Anthropocene and climate change.


2023 hielt Achim Landwehr eine Keynote auf der Tagung „Zeitschichten und Pluritemporalität in der Geschichts- und Erinnerungskultur“, die von Achim Saupe im Rahmen des Forschungsverbunds und des Research Labs „Geschichtskulturelle Eigenzeiten“ organisiert wurde. Achim Landwehrs Arbeiten sind wichtige Inspirationsquellen für die Frage, welche Funktionen Zeitschichten in der Geschichts- und Erinnerungskultur haben und wie sich das Geschichtsverständnis ändert, wenn es nicht mehr primär im Zeichen linearer, fortschrittsorientierter Erzählungen konzipiert ist, sondern pluritemporal in Räumen organisiert wird.

Die Idee für dieses Gespräch über die jeweils neuesten Veröffentlichungen entstand im Zuge der Arbeit am Tagungsband „Zeitschichten und Pluritemporalität in der Geschichtskultur“. Auch, weil mit Achim Landwehrs Buch „Zeiten haben. Klimakrise und Endlichkeit“ zwei zentrale Themen des Forschungsverbunds, nämlich Dynamische Raum-Zeit-Konstruktionen, sowie das Thema Mensch-Natur-Verhältnisse im Anthropozän, adressiert werden. Seinem Buch widmet sich der zweite Teil des Gesprächs, der in einem weiteren Blogbeitrag erscheint.


Achim Landwehr: Welchen Nutzen hat die Metapher von den Zeitschichten für die viel diskutierte Erinnerungskultur? 

Achim Saupe: Das geht ja hier direkt zur Sache, gleich nach dem Nutzen zu fragen! Prinzipiell können mit der Metapher der Zeitschichten unterschiedliche Zeitebenen veranschaulicht und bestenfalls miteinander verknüpft werden. In der Erinnerungskultur geht es ja viel um die Lesbarkeit der Geschichte im öffentlichen Raum, um ihre Materialität. Und da bietet sich das anschauliche Zeitschichtenmodell, seine Ästhetik, aber auch die Möglichkeiten zur Ästhetisierung unserer Zeitbezüge hervorragend an, um uns in ein Verhältnis zu unterschiedlichen Vergangenheiten zu setzen.

Es ist auffällig, dass seit ca. 2000 die Metapher in der Geschichtskultur immer häufiger auftaucht. Das hat auch mit einem anderen Zeitverständnis in der Postmoderne zu tun. Die Geschichte ist eben nicht mehr gradlinig, und wir haben es auch mit ganz unterschiedlichen Erfahrungsräumen zu tun, die verschiedene Menschen mitbringen, und deren „geteilte“ oder eben gar nicht geteilte Geschichte nun erzählt werden soll – bzw. die sie selbst zueinander in Beziehung setzen wollen. In der klassischen Verwendung der Metapher werden dabei Zeitschichten mit politischen Regimes verknüpft, nach dem Motto: Hier werden die Zeitschichten des Kaiserreichs, des Nationalsozialismus und der DDR sichtbar.

Ich weiß aber gar nicht, ob man die Frage nach den Zeitschichten in der Geschichtskultur gleich unter Nützlichkeitsaspekten erwägen sollte, geschweige denn, dass man eine solche in irgendeiner Weise pädagogisch ablesbar machen kann. Uns und mir geht es in dem Band zunächst einmal um ein Ausloten des Bedeutungsspielraums einer Metapher in unterschiedlichen zeitgenössischen, historischen und geschichts- bzw. erinnerungskulturellen Kontexten. Was bedeutet es, wenn man eine geologische Metapher bemüht, um historischen Wandel zu verstehen? Und wenn man in die Geologie schaut, dann gibt es ja auch unterschiedliche Entstehungen von Zeitschichten-Phänomenen und vor allem lange zurückliegende Ereignisse und lang andauernde Zeiträume, die für Wandel verantwortlich gemacht werden können. Insofern bietet selbst die etwas starr erscheinende Geologie ja durchaus etwas, um das Bild zu dynamisieren: etwa, wenn man an tektonische Plattenverschiebungen, die Eruption von Vulkanen oder aber sich über Jahrtausende und Jahrmillionen hinziehende Sedimentierungen und Ablagerungen denkt.

Stratigrafische Schichten an der Abbruchkante der Teide-Caldera, Teneriffa. Foto: Achim Saupe 2026.

A.L.: Wenn mit den Zeitschichten insbesondere die Gleichzeitigkeit der Zeiten betont werden soll: Welchen Mehrwert hat ein solches Verständnis von Gleichzeitigkeit(en) für die historischen Wissenschaften?

A.S.: Ich glaube ja, dass es verschiedene Möglichkeiten und deshalb auch Vorstellungen davon gibt, ob die Zeitschichten, wenn man so will, Nach- und Überzeitigkeit, Nebenzeitigkeit, oder Gleichzeitigkeit signalisieren. Das stratigraphische Modell privilegiert zunächst einmal das Nacheinander und Übereinander: Jüngere Schichten sind oben zu finden. Das bestätigt unser chronologisches Verständnis von Geschichte. An den Aufschlüssen erkennen wir dann aber, dass hier Kräfte wirken, die die Zeiten unter Druck setzen und sich auf ihre benachbarten Schichten auswirken.

Man könnte nun zunächst mit einem klassischen Topos argumentieren, dass die Zeitschichten die „Ungleichzeitigkeit des Gleichzeitigen“ zur Anschauung bringen. Das hatte Reinhart Koselleck im Sinn, als er über die Zeitschichtenmetapher schrieb, welche er zudem mit dem Dreizeitenmodell von Fernand Braudel verknüpfte: Phänomene von langer Dauer, Wiederholungen und Ereignisse in ihrer jeweiligen Beziehung zu bedenken. Über den Topos des (Un-)Gleichzeitigen hat Fernando Esposito gerade ein beeindruckendes Buch geschrieben, in dem er auch den Zeitschichten und der Vulkanologie bzw. der entstehenden Geologie eine wichtige Rolle beimisst, weil aus ihr heraus seiner Meinung nach ein Denken in Zeitblöcken resultierte, dass maßgeblich für Fortschrittsvorstellungen war. Mit Esposito könnten wir sagen, dass sich daraus zwei Denkmodelle entwickeln lassen: entweder, wir halten bestimmte Zeiten für „überholt“ oder „unzeitgemäß“. Diese temporale Differenzierung hilft bei der Bewertung von Dingen, führt aber schnell zu Stereotypen und Abwertungen und repräsentiert letztlich eine Geschichte, die vom Fortschritt aus denkt. Es sei denn, man versteht sich selbst als unzeitgemäß und verweigert sich den Trends.

Also braucht es ein positiv gewendetes Verständnis dieser Gleichzeitigkeiten, dessen Konturen aber noch unklar bleiben. Zugleich darf das auch nicht zu einem Präsentismus werden, der selbstgerecht auf den Wandel der Zeiten blickt. Es braucht also ein anderes Modell, eines, das sich vom ästhetischen Spiel der Zeiten tatsächlich affiziert zeigt, und dabei auch unterschiedliche Raum-Zeit-Metaphern austestet und historisiert.

Vielleicht kann man den Mehrwert für die historische Wissenschaft vom Wert für historisches Denken trennen. Der Mehrwert für die historische Wissenschaft ist, Geschichte anders zu konzipieren als im linearen Fortschrittsmodus oder im Kleinklein des Nacheinander. Man kann Geschichte in der Fläche denken, wie es die Public History und die Erinnerungskultur schon macht. Dadurch, so meine These, hat sich unser Geschichtsverständnis auch schon teils gewandelt. Die großen Erzählungen haben sich nicht allein wegen der Krise des Fortschritts und der Utopien aufgelöst, sondern haben sich in den „kleinen Formen“ historischer Aphorismen und Erinnerungen pluralisiert. Nur müssten auch die Räume und die mit ihnen verbundenen Raumvorstellungen noch stärker relational gedacht werden. Geschichte ist insofern nur ein Modus der Vergangenheitsvergewisserung (neben Erinnerung, Archiv, Archäologie, Genealogie und Erbe, um ein paar weitere zu nennen) und als Geschichtswissenschaft dann wiederum vor allem Problem- und Fragestellung (oder Frage und vorläufige Antwort à la R.G. Collingwood). Tendenziell spielt es dann auch nur bedingt eine Rolle, welche Zeiten und Räume wir ins Visier nehmen, denn wofür wir uns interessieren, sind Probleme, deren Ursachen nicht nur in einer konkreten „Vorgeschichte“ zu erkennen sind, sondern sich eher morphologisch als Problem zu unterschiedlichen Zeiten und in unterschiedlichen Räumen entwickeln und diskutieren lassen. Das hat natürlich weitreichende Folgen für „das Fach“, auch wenn natürlich für die konzise Bewertung einer Vergangenheit nach wie vor Expertise wichtig bleibt.

In der Gedenkstätte Hohenschönhausen, dem ehemaligen Stasi-Gefängnis, steht man über bewahrten Zeitschichten. Um den authentischen Bodenbelag nicht zu berühren, wurden darüber großflächige Stege gebaut. Zeitgeschichte wird zur Rettungsarchäologie, der Blick erfolgt durch das archäologische Fenster. Foto: Achim Saupe 2026.

Davon zu trennen ist der Wert für das historische Denken: Die Geschichte der Gleichzeitigkeiten muss wohl als eine der Ko-Präsenzen gedacht werden, in denen viele Geschichten nachleben, überlagert sind und verschüttet wurden, und viele schon aufscheinen oder aber begonnen wurden und noch nicht abgeschlossen sind. Ich vermute, dass eine solche Geschichte der Gleichzeitigkeiten, wenn wir sie denn austesten wollen, in eine Ethik des Geschichtsbezugs mündet, die selbst historisch, reflexiv und kritisch gedacht werden muss. In diese Richtung habe ich auch Dein neues Buch „Zeiten haben“ gelesen.

A.L.: Sind Zeitschichten als eher träge temporale Strategien dazu geeignet, gerade unter politisch turbulenten Umständen wie den aktuellen ein angemessenes Deutungsangebot zu machen? 

A.S.: Das finde ich eine sehr wichtige Frage. Ich kritisiere die Wahl dieser trägen temporalen Figur zunächst in meinem Aufsatz, denn hier geraten oft nur noch komprimierte Brüche bzw. Aufschlüsse in den Blick, während gesellschaftliche Kämpfe, die Möglichkeit zur Revolution, die Vielfalt der politischen Ansichten und Pluritemporalität zu bestimmten Zeiten – die Granularität des Historischen, wie Christoph Bernhardt in einem unserer Beiträge schreibt – und damit auch der Kampf um das „Zeiten haben“ und „Zeiten machen“ – um nochmals auf Dein Buch anzuspielen – gar nicht mehr so richtig aufscheint. Oder nur noch als gebaute Utopien, was eher zu Nostalgie und Retrokult führt. Offensichtlich braucht es aber einigen Mumm, um den Unausweichlichkeiten des Klimawandels zu begegnen, für Gerechtigkeit einzutreten, oder den Pazifismus als Idee für eine Zeit nach den Kriegen der Gegenwart zu bewahren, und da hilft deren Einbettung bzw. Historisierung in und als Zeitschichten nur wenig.

Auf der anderen Seite müssten wir überlegen, ob die Disziplin Zeitgeschichte und auch die Erinnerungskultur nicht so ereignisüberfrachtet und damit kurzatmig ist, dass Fragen der longue durée, Fragen der „strukturierten und strukturierenden Strukturen“, sprich mentale, sich über die Zeiten ausprägende Schichten, die zugleich vermeintliche Ungleichzeitigkeiten ordnen und organisieren, aus dem Blickfeld geraten sind: Rassismus, koloniale Denkstrukturen, Antisemitismus sind zwar in aller Munde und werden als Gründe für Menschheitsverbrechen immer wieder genannt, aber wird ihrer auch als langfristige und in die Gegenwart hineinreichenden Faktoren gedacht? Vielleicht im Modus des kritischen Geschichtsbewusstseins, weniger aber in der Erinnerungskultur, würde ich behaupten. Ich bin in der Literatur und an Erinnerungsorten immer wieder der Zeitschicht des Nationalsozialismus begegnet, aber den nochmals dickeren und breiteren Zeitschichten des Antisemitismus und Rassismus nicht. Das ist ja schon interessant und zeigt, wie sehr die Zeitschichten in den Zeitblöcken der Politikgeschichte und Mensch-macht-Geschichte aufgehen, während Fragen der Mentalitäten, Denkstrukturen und Diskurse in einer ereignisfixierten Erinnerungskultur nicht im Vordergrund stehen. Insofern kann man auch gespannt sein, was aus dem derzeit in den Memory Studies diskutierten Konzepts des „slow memory“ noch hervorgeht.

A.L.: Welche Vorteile, möglicherweise aber auch Probleme bringt das Modell der Zeitschichten für die konkrete Arbeit in der Geschichtsvermittlung, in Schulen, Museen etc. mit sich?

A.S.: Kritisch, so würde ich nochmals festhalten wollen, kann die Zeitschichtenmetapher dazu beitragen, die Geschichte des 20. Jahrhunderts als dicht komprimierte Gesteinsformationen aufzufassen, um sie damit in der Tiefenzeit der Deutschen oder Europäischen Geschichte einzulagern. Sie ist dann so etwas wie die Endlagerstätte einer kontaminierten Geschichte. Die Zeitschichten haben etwas Abgeschlossenes, deren Verbindung zueinander und zum Heute nicht immer besonders klar ist. Sich Geschichte als dynamischen Prozess vorstellbar zu machen, gehört nicht zu den besten Eigenschaften des Modells.

Andererseits sind sie ein ästhetisches Phänomen, und indem wir sie erkennen, kann man ein Gespür für unterschiedliche Zeiten, Zeitverständnisse, ihre Bedingungen und materiellen Überreste bekommen. Das ist keine Geschichte des Wandels mehr, sondern eine der gleichrangigen Relevanzen, deren Bezüge zueinander wir zu erschließen haben. Zeitschichten-Studium heißt insofern, etwas über die Fabrikation der Geschichte und das sich wandelnde Zeitverständnis von Gruppen und Gesellschaften erfahren zu wollen.


Literatur

Achim Landwehr, Zeiten haben. Klimakrise und Endlichkeit. Frankfurt am Main: Campus 2025.

Achim Landwehr, Zeitschichten, in: Martin Sabrow/Achim Saupe, Handbuch Historische Authentizität, Göttingen: Wallstein 2022, S. 545-553.

Achim Saupe (Hg.), Zeitschichten und Pluritemporalität in der Geschichtskultur, Göttingen: Wallstein 2026.


Titelbild: Zeitschichten vulkanischer Ausbrüche. Teneriffa, in der Nähe des Teide. Foto: Achim Saupe 2026.

Building Deep Time – Museum Architecture in Oxford, Vienna & Cambridge

Stefanie Jovanovic-Kruspel shows us natural history museum buildings which make deep time visible in stone and space.

Kann Architektur Erdgeschichte erzählen? Naturwissenschaftliche Museen des 19. und 20. Jahrhunderts nutzten ihre Baumaterialien, um Erdgeschichte zu vermitteln. Von Oxford über Wien bis Cambridge entstanden Bauten, die Deep time nicht nur in Vitrinen, sondern in Stein und Raum sichtbar machen.

Can architecture tell Earth’s history? Natural History Museums of the 19thand 20thcentury have used building materials to convey Earth’s history. From Oxford to Vienna to Cambridge, buildings make deep time visible in stone and space.


From the late eighteenth century onward, geology began to transform humanity’s understanding of time. Rocks were seen as archives of Earth’s past. Layer by layer, they appeared to record a history that could be read like a text. The most radical implication of this new perspective was the emergence of “deep time”—the recognition that Earth’s history extends across unimaginably long periods. Challenging biblical chronology, it opened a temporal framework vast enough to accommodate the gradual transformation of life later described by Charles Darwin in “On the Origin of Species” (1859).

However, understanding deep time intellectually was only part of the challenge. How could such immense temporal scales be communicated to the public? Natural history museums increasingly took on this task. Their galleries, collections, and even their architecture became tools for making deep time visible. This ambition depended on close collaboration between scientists and architects, who conceived museums as spaces in which architecture, materials, and collections formed an interpretive whole.

Sedgwick Museum of Earth Sciences, Cambridge, capitals with pterodactyls and musk sheep. SJK 2025

Oxford: Reading Time in Stone

One of the earliest attempts to translate geological time into architecture is the Oxford University Museum of Natural History, opened in 1860. The museum’s founders envisioned it as a place where visitors could learn to read Earth’s history through its material traces.

Alongside the naturalist Henry Acland, a crucial influence on this vision was the museum’s first director, the geologist John Phillips. In 1841 Phillips published one of the first global geological time scales, organizing rock strata according to the fossils they contained. This principle – chronostratigraphy – became central to how the museum presented Earth history.

Working closely with the museum’s architects, Phillips used the architectural fabric for the museum’s educational program. The columns of the central court displayed stones from a diversity of geological formations and were labeled with the name and source. Architecture thus became a device: the columns testified not only to the richness of British quarries but also allowed visitors to walk among stones representing different chapters of Earth’s past.

Vienna: Deep Time in Building Materials

A similar approach emerged in the Naturhistorisches Museum Vienna, opened in 1889. When the geologist and Darwinist Ferdinand von Hochstetter became its first director in 1876, evolutionary theory – and with it, Earth’s geological history – was placed at the center of the museum’s narrative.

As in Oxford, the Viennese museum relied on close cooperation between the director and the architects in shaping the building. Yet, instead of embedding geological explanations directly into architectural decoration, the museum presented a collection of building stones. This collection was assembled by the Austrian geologist Felix Karrer, who spent years gathering building materials from across the Habsburg Empire.

Karrer organized the stones according to their geological age and linked them to architectural examples. In a lecture in 1878 – expanded 1892 in a museum guide – he emphasized that Earth, like humanity, possesses a developmental history.

Visitors to the collection were supposed to recognize that the museum’s materials belonged to different geological formations. Thus, the building became part of the narrative it presented: while displaying the richness of geological resources of the Habsburg Empire, the walls also narrated Earth’s deep past.

Cambridge: The Sedgwick Museum as Geological Manifesto

Sedgwick Museum of Earth Sciences, Cambridge, opened in 1904. Sebastian Ballard, Creative Commons.

These ideas reached a pinnacle in the Sedgwick Museum of Earth Sciences, which opened in 1904 in Cambridge. The Woodwardian Professor of Geology Thomas McKenny Hughes campaigned for many years for a new museum building that would serve both as a memorial to the Cambridge geologist Adam Sedgwick and as a solution to the inadequate conditions of the geological collections housed in the Woodwardian Museum. Funds were raised through donations, and among the benefactors was even Charles Darwin.

The planning history of the Sedgwick Museum spans more than thirty years, from the first proposal to its opening in 1904. Hughes remained deeply committed to the project despite repeated setbacks. He believed that geology required a building that reflected the intellectual character of the discipline.

His collaboration with the architect Thomas Graham Jackson proved central to realizing this vision. Their correspondence reveals a lively and creative exchange of ideas, demonstrating how closely scientific and architectural thinking were intertwined. Together they planned a museum in which architecture, decoration, and collections communicated geological knowledge.

Stones and Bricks

Hughes envisioned that the building materials themselves would communicate geological ideas. He even planned to publish an article explaining the geological origins of the stones and bricks used, effectively transforming the architecture into geological scholarship. Although this article was never completed, it reveals how strongly he believed in the educational potential of the building itself.

The materials were selected not only for their appearance, but also for their geological provenance, turning the structure into a kind of stratigraphic document. As in Vienna, a building stone collection reinforced this idea. Assembled by the cement industry manager John Watson, is was organized according to geological age and, within that framework, geographically. Watson officially donated his collection to the museum in 1911, where it became part of the Collection of Economic Geology envisioned by Hughes. Hughes praised Watson’s collection as one of the most useful collections of economic geology in the world. As a field focused on the practical applications of earth sciences in industry and engineering, Economic Geology became increasingly important after the establishment of the first Geological Survey (1835) and London’s Museum of Economic Geology (1841). The Sedgwick Museum apparently aimed to surpass this museum with its own superior collections.

The display of Watson’s collection linked construction materials to geological formations and demonstrated how everyday building stones belonged to specific chapters of Earth’s history. At the same time, it highlighted the diversity and quality of British building stones, reinforcing a sense of national pride.

It can reasonably be assumed that Hughes had already envisioned such a collection as part of his broader concept for the museum before 1911. Unfortunately, due to limited documentation of Watson’s activities, many questions remain unanswered. For instance, despite the striking parallels between Watson’s work in Cambridge and Karrer’s work in Vienna, no evidence of an exchange or influence has been found so far.

Sedgwick Museum, woolly mammoth. Keith Edkins, Creative Commons.

Extinct Animals

In addition to the material layer, the decorative stone carvings of the museum also communicated Earth’s history. The ideas emerged from the collaboration between Hughes and Jackson. A woolly mammoth, a ground sloth, and an Iguanodon (see title picture), as well as capitals depicting pterodactyls and musk sheep, were executed by the renowned firm Farmer and Brindley, which had also contributed to the decorations of the Natural History Museum London and the Oxford University Museum of Natural History.

Even the museum’s weathervane was designed in the form of an ichthyosaur. But rising construction costs meant that many planned sculptures had to be omitted. Yet, Jackson considered some of them essential to the concept and even offered to contribute financially to ensure their realization: e. g. for the Ice Age animals at the ends of the museum’s double staircase featuring bisons and cave bears.

Inside the museum, Hughes defended the stratigraphic order as the crucial principle of display: Fossils – including species represented in the decoration – were arranged according to the geological layers from which they originated, allowing visitors to move through Earth’s history from older to younger formations.

By inviting visitors to encounter stone both as building material and as historical evidence, the museum transformed deep time from an invisible abstraction into a built reality. Geology was quite literally set in stone.

Sedgwick Museum, cave bears at the double staircase. Sandy B., Creative Commons.

Literature

Acland, H. W. & Ruskin, J. (1859): The Oxford Museum. (with a letter from John Philips)

Andrew, K. J. (1994): John Watson and the Cambridge Building Stone Collection, in: The Geological Curator, Vol. 5, No. 8, p. 303-310.

Whyte, W.; Hide, L. & Daultrey, S. (2004): Sedgwick Museum of Earth Sciences, 2004.

Whyte, W. (2006): Oxford Jackson. Architecture, Education, Status, and Style 1835-1924.

Karrer, F. (1892): Führer durch die Baumaterial-Sammlung des k. k. naturhistorischen Hofmuseums in Wien.

WATSON, J. (1911): British and foreign building stones: a descriptive catalogue of the specimens in the Sedgwick Museum.

Watson, J. (1916): British and foreign marbles and other ornamental stones: a descriptive catalogue of the specimens in the Sedgwick Museum.

Watson, J. (1922): Cements and artificial stone: a descriptive catalogue of the specimens in the Sedgwick Museum.


Title picture: Iguandon and Giant Sloth above the portal to the Sedgwick Museum. N. Chadwick, Creative Commons.